Zum Inhalt springen
StefanSeitz Skulptur · Zeichnung

← Alle Beiträge

Im Gespräch mit dem Visual Art Journal

Am 8. September 2026 hat das Visual Art Journal ein Interview mit Stefan Seitz veröffentlicht. Es geht um die Kettensäge, um Namen wie Franz und Emilio und darum, warum Humor eine Figur leichter macht.

Im Gespräch mit dem Visual Art Journal

Fast jede Figur beginnt mit einem einzigen Stamm und entsteht zum größten Teil mit der Kettensäge. Das Werkzeug gibt das Tempo vor, und dieses Tempo gehört zur Arbeit.

„Weil ich mit der Kettensäge schnell arbeite, wird jede Skulptur zu einer Momentaufnahme.“

Anstrengend findet er das nicht unbedingt. Die Arbeit ordnet die Gedanken, und die Welt ringsum tritt für eine Weile zurück. Er vergleicht es mit dem Bergsteigen: Man folgt dem Weg zum Gipfel, ohne abzustürzen, und dahinter wartet schon der nächste Berg. Der Vergleich kommt aus der eigenen Herkunft, aufgewachsen ist er in den bayerischen Alpen.

Franz, 2014, Linde, farbig gefasst
Franz, 2014, Linde, farbig gefasst

Vor dem Holz kommt das Papier. Stefan Seitz zeichnet viel, und oft merkt er erst später, dass eine Zeichnung zu einem bestimmten Stück Holz passt. Anatomisch genau muss dabei nichts werden. Hände, Füße oder Köpfe dürfen zu groß geraten, wenn die Figur dadurch mehr Ausdruck bekommt.

Auch die Namen stehen vorher nicht fest.

„Die Namen zeigen sich meistens, während ich die Skulptur schnitze.“

Barbossa, 2010, Esche, farbig gefasst
Barbossa, 2010, Esche, farbig gefasst

Beim Schnitzen gibt es kein Zurück. Was abgesägt ist, ist weg, und Fehler lassen sich kaum ausbessern. Manchmal beneidet er Kolleginnen und Kollegen, die auf Leinwand malen und dort leichter neu anfangen können. Deshalb lässt er sich von der Arbeit führen. Wenn er etwas erzwingen will, wird es meistens nichts.

„Humor hilft mir, die Skulptur leichter zu machen.“

Zum Schluss geht es um Karlsruhe. Nach der Ausbildung an der Schnitzschule in Oberammergau hat er das Schnitzwerkzeug an der Akademie erst einmal weggelegt, damit der eingeübte Stil in den Hintergrund rückt. Die Akademie war für ihn ein offener Ort ohne die Vorgaben der klassischen Ausbildung. Der Austausch dort prägt seine Arbeit bis heute.